
Ständig „in Mache“
Erster Nachhaltigkeitsbericht des FC Schalke 04 erschienen
Mit über 210.000 Mitgliedern, mehr als 60.000 Stadionbesuchern pro Heimspiel und einem sozialen Netzwerk mit mehr als acht Millionen Followern hat der FC Schalke 04 eine große gesellschaftliche Wirkung. Auch vor diesem Hintergrund hat der Traditionsverein Nachhaltigkeit als Vereinszweck in seiner Satzung verankert. Viele seiner Nachhaltigkeitsaktivitäten haben sich bereits seit Jahrzehnten entwickelt. 2022 erstellte der Verein eine explizite Nachhaltigkeitsstrategie, die Umwelt- und Klimaschutz aber auch soziale Verantwortung als Querschnittsaufgabe strukturell etablierte. Seit Ende 2025 stellt der erste Nachhaltigkeitsbericht nun die vielfältigen Aktivitäten des Vereins gebündelt und anschaulich dar.
Der freiwillig erstellte Nachhaltigkeitsbericht orientiert sich an den GRI-Standards der Global Reporting Initiative. Auf 116 Seiten legt der Bericht in Zahlen, Fakten und Projekten offen, was der Verein in Sachen Nachhaltigkeit unternimmt und wo er steht.
Das Nachhaltigkeitsmanagement des FC Schalke 04 orientiert sich am „ESG“-Standard für die Beurteilung und systematische Entwicklung in den drei Handlungsfeldern Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance / (Unternehmerische Verantwortung). Ein viertes Handlungsfeld „Schalke und sein Netzwerk“ ist der besonderen Rolle des FC Schalke 04 als aktiver gesellschaftlicher Akteur mit großem Einfluss auf Einstellungen, Verhalten und Zusammenhalt geschuldet. Viele konkrete Ideen für Nachhaltigkeitsprojekte sind in eben diesem Netzwerk, im Dialog des Vereins mit seinen Mitgliedern und Fans, entstanden. Um Partizipation und Mitgestaltung bei der großen Menge der Fans mit unterschiedlichen Bedarfen, Interessen und Perspektiven zu ermöglichen, gibt es vier Fanbeauftragte und etablierte Dialog-Formate, darunter einen jährlichen Mitgliederkongress, einen Jugendkongress, Arbeitsgruppen und digitale Austauschformate. Eine eigene Abteilung „Nachhaltigkeit & Schalke hilft!“ koordiniert alle Prozesse. Sie ist organisatorisch in der Direktion „Fankultur & Nachhaltigkeit“ verankert, die direkt an den Vorstand berichtet.
Im Handlungsfeld „Schalke und die Umwelt“ versteht sich der FC Schalke 04 als Aushängeschild für klimabewusstes Handeln im Profisport, der seinen Anteil zur grünen Transformation leistet. Die Klimabilanz (nach GHG-Protocol) beziffert die Emissionen des Vereins 2024 auf knapp 46.000 Tonnen CO2e. Weniger als ein Zehntel der Emissionen kommt dabei durch eigene Prozesse (Scope1) oder Energiebezug (Scope 2) in vereinseigenen Immobilien zustande. Mit rund 42.000 Tonnen CO2 pro Jahr entsteht ein Großteil der Emissionen indirekt entlang der Wertschöpfungskette (Scope 3). Dabei ist die Fan-Mobilität der größte Einzelposten. Eine regelmäßige Fan-Umfrage mit zuletzt mehr als 5.000 Teilnehmern dient als Berechnungsgrundlage und liefert wertvolle Einblicke in die Verkehrsmittelwahl. So kann der Verein gegensteuern, etwa mit bewachten Fahrradstellplätzen, Getränkegutscheinen für Fahrradfahrer oder einer digitalen S04-Mitfahrbörse. Die kostenlose ÖPNV-Nutzung ist bereits seit dem Umzug in die Veltins-Arena im Ticketpreis enthalten.
Zudem beziehen Elektro-Ladesäulen auf dem Vereinsgelände einen Großteil ihres Stroms aus einer großflächigen 750 kWp Photovoltaik-Anlage vom Parkhausdach. Zur Senkung der Emissionen der Mitarbeitenden, der Mannschaften und des eigenen Fuhrparks tragen auch Bike-Leasingprogramme, die Umstellung auf alternative Kraftstoffe, Hybrid- und Elektrofahrzeuge bei. Zur Bewässerung der Rasenflächen hat der FC Schalke 04 bereits 2020 ein 900 Kubikmeter-großes Regenwasserrückhaltebecken gebaut. Im Ressourcenmanagement setzt der Verein desweiteren auf eine regionale Lieferstrategie beim Lebensmitteleinkauf sowie einen transparenten Lieferantenkodex bei der Beschaffung von Fan-Artikeln.
Im Catering zeigt sich, wie viele Kleinigkeiten sich zu großem Einfluss addieren. Zum Beispiel spart die Einführung von Bezahlmöglichkeiten mit EC-Karten das Plastik von bis zu 250.000 „Knappenkarten“ jährlich. Zur Müllvermeidung setzt der Verein auf die weitgehende Ausgabe und Sammlung von Mehrwegbechern bei Heimspielen, Mehrweggeschirr und Gläser im Catering und den Verzicht auf Verpackungen. Ein Abfallmanagementsystem mit Datenerfassung und Bilanzierung hilft, gezielt und systematisch Wege zu weniger Abfall und höheren Sortier- und Recyclingquoten zu verfolgen.
Das gastronomische Angebot in der Veltins-Arena bietet bewusst hohe Anteile vegetarischer und veganer Speisen. Schalke 04 gilt als Vorreiter in der Bundesliga und wurde bereits sechsmal seit 2014 von der PETA-Stiftung als „Veggie-Meister“ ausgezeichnet. Seit 2024 gibt es die „Grüne Kaue“, einen Foodcontainer mit ausschließlich veganen und vegetarischen Angeboten. Buffetkonzepte mit kleinen Portionen sorgen zudem dafür, dass nur die Mengen mit Menschen in Kontakt kommen, die auch verzehrt werden. Was übrig bleibt, wird an hilfsbedürftige Menschen weitergegeben.
Die soziale Dimension der Nachhaltigkeit spielt im Handlungsfeld „Schalke und sein Umfeld /Schalke hilft!“ spielt beim FC Schalke 04 traditionell eine gewichtige Rolle. Bereits 1994 nahm der Verein als erster Bundesligist den Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung in seine Satzung. Seit 2019/2020 bündelt der Verein unter dem Leitmotiv #STEHTAUF Aktionen, Ausstellungen, Stadionführungen und Anlaufstelle für Betroffene an Heimspieltagen. Der Verein stellt sich geschlossen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung aller Art. Genderneutrale Toiletten wurden zur Saison 2023/2024 eingerichtet. Seit Jahrzehnten leistet der Verein mit dem Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen (ISG) eine aktive Erinnerungsarbeit an den Nationalsozialismus. Seit 2018 entwickelt die Arbeitsgemeinschaft „Schalke für alle“, an der Betroffene, Mitarbeitende und Ehrenamtler mitwirken, kreative Maßnahmen für mehr Inklusion.
Die bereits 2008 gegründete Stiftung „Schalke hilft!“ setzt sich für soziale Gerechtigkeit und positive Veränderungen im Umfeld des Vereins ein. Die Stiftung unterstützt Sportprojekte, Bildungsinitiativen und soziale Angebote sowohl finanziell als auch über die Bereitstellung von Ressourcen, sowie eigene Projekte und Kooperationsprojekte mit Schulen, Jugendeinrichtungen, Vereinen, kirchlichen Trägern und Kommunen. Mehr als 30.000 Schülerinnen und Schüler haben seit mittlerweile über 14 Jahren im Bildungsprojekt „Schalke macht Schule“ an Angeboten zu gesellschaftlichen und politischen Themen, darunter auch Nachhaltigkeits-Workshops, teilgenommen. Gegen Kinderarmut wenden sich Angebote, die häufig Bildung, Bewegung und konkrete Hilfen für Kinder und Jugendliche sinnvoll kombinieren. So hat Schalke hilft! seit 2020 gemeinsam mit der RAG-Stiftung mehrere Bolzplätze für Kinder und Jugendliche in benachbarten Quartieren im Ruhrgebiet modernisiert und neu gebaut.
Der Weg zur Nachhaltigkeit ist beim FC Schalke 04 ein kontinuierlicher Prozess. Er wird strategisch geplant und kontinuierlich weiterentwickelt unter dem pragmatischen Motto „In Mache!“
> Wie es weiter geht? Lesen Sie dazu auch das Klima-Commitment des FC Schalke 04 e.V..